The Macallan 1824 Serie – Das Ende der Altersangaben?

Macallan 1824 Series

Das sind Sie nun also. Die drei neuen Single Malt Whiskys der 1824er Serie  von The Macallan: Amber, Sienna und Ruby. The Macallan hat sich damit für den Weg des Non-Age-Statements, also den Verzicht der Altersangabe entschlossen. Dieser liegt ja gerade voll im Trend, betrachtet man sich die „Storms“ und „Ardbogs“ dieser Welt.

Allerdings in dieser Konsequenz wie The Macallan dies jetzt vollziehen, hat sich das noch keiner getraut, denn diese Serie ersetzt aller Voraussicht nach gemeinsam mit dem The Macallan „Gold“ die 10, 12, 15 und 18-jährigen Abfüllungen vollständig. Auf dem UK-Markt ist die Serie schon seit einiger Zeit am Start und sorgt  in den einschlägigen Foren und Blogs für zum Teil aufgeregte Diskussionen.

Ich persönlich habe in vielen Blogs, unter anderem hier und hier sehr viel Positives gelesen. Von tollen neuen Konzepten, die das Farbspektrum hervorheben, von der Befreiung der Altersangabe-Knechtung, die endlich der Kreativität von Masterblender Bob Dalgarno Freiraum gibt, bis hin zu „Back to the roots“-Attitüde, weil man zukünftig für diese Serie wieder ausschließlich Ex-Sherry-Fässer verwenden möchte.

Allerdings muss man ehrlicherweise dazu sagen, dass dies in der Regel auch Blogs sind, die am langen Ende wohl im Rahmen von Content-Marketing Strategien (wovon redet der Kerl schon wieder –> take a look!) den Umsatz von Online-Händlern ankurbeln sollen. Und da wäre es natürlich wenig hilfreich, drei der zukünftig wohl am meist verkauften Whiskys schon zum Start schlecht zu reden. Zumindest wenn die Verkaufszahlen im Vergleich zu den „alten“ Abfüllungen nicht vollständig einbrechen, aber danach sieht es auch dank hervorragender PR-Manager und Kommunikations- und Marketingstrategen nicht aus.

Zugegeben: The Macallan hat sich über die Jahre gerade wegen der herausragenden Qualität seiner Fässer einen überaus beeindruckenden Ruf erarbeitet. So meine ich mal gehört zu haben, dass The Macallan aufgrund der Knappheit von Ex-Sherry-Fässern selbst Fässer herstellt und diese dann an die Bodegas zur Sherrylagerung „vermietet“. So verfügen Sie dann natürlich über exzellente Möglichkeiten beim Fassmanagement entlang der „Wertschöpfungskette“.

Andererseits: Macallan hat bereits seit einiger Zeit mit dem eigenen Erfolg zu kämpfen. Lieferprobleme sind die Folge, da  die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Da können natürlich diese No-Age-Konzepte durchaus für mehr Profit sorgen, da zum einen größere Mengen verfügbar gemacht werden können. Zum anderen aber auch ganz still und heimlich mit diesem Schnitt die Preise angehoben werden können, was bei neuen Badges von bestehenden Abfüllungen durchaus sofort unangenehm aufgefallen wäre.

Ob dieser neue Trend nun in unserem Sinne ist, oder er nur den Herstellern hilft,  mittels Marketingmaßnahmen über leergekaufte Lagerhallen und zuwenig alte Fässer hinwegzutäuschen maße ich mir jetzt an dieser Stelle nicht an. Generell nicht, und im Falle von der The Macallan 1824 Serie schon gar nicht, da ich noch kein einziges Schlückchen verprobt habe.

Bis dahin werde ich auf jeden Fall die Augen und Ohren offen halten. Ein erstes witziges Experiment im privaten Umfeld hat margaretemarie vom Blog „Whisky und Frauen“ hier unternommen. Eine wie ich finde erstaunlich objektive und vorurteilsfreie Herangehensweise mit interessantem Ausgang (aus aktuellem Anlass bitte ich auf einen Diskriminierungs-Shitstorm aufgrund des Adverbs „erstaunlich“ zu verzichten).

Sláinte!

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4 Thoughts on “The Macallan 1824 Serie – Das Ende der Altersangaben?

  1. Hallo Chairwalker, werf doch mal einen Blick in den online-shop von Macallan selbst und sieh nach, welche Abfüllungen noch erhältlich sind, und welche nicht. Da kannst du dir sicher auch einen Reim drauf machen;-)) Für mich als Verbraucher heißt die Frage doch, mit welcher Abfüllung bekomme ich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb werden wir uns pflichtbewußt durch die Abfüllungen hindurchtesten:-)) Das nächste Vergleichstasting mit Amber wird bald stattfinden, ich bin schon sehr gespannt!
    LG Margaretemarie
    PS: Ich nehme besagtes Adverb als Kompliment, also vielen Dank dafür!

    • maltsandmetal on Mai 7, 2013 at 14:22 said:

      Ja, ist echt ein Hammer! Aber was mich jetzt zusätzlich wundert, dass Sie die neue 1824er Serie bislang selbst gar nicht im Shop haben!?!? Oder bin ich nur einfach ein wenig zu doof, diese zu finden ;-)…

  2. Ich glaube, das hängt mit Marketing-Strategien und Vertrieb zusammen: soweit ich weiß, ist Gold offiziell für den englischen und kanadischen Markt gedacht, Amber für das europäische Festland. Amber wird es also offiziell in GB nicht geben, und Sienna erst etwas später. Warum dieser Unterschied gemacht wird, verstehe ich auch nicht…. Dadurch erklärt sich aber, warum in Deutschland der Gold fast so teuer ist wie der Amber, und deutlich teurer als in GB. Leider. Den Fine Oak 10, 12, und 18 soll es wohl auch weiterhin geben…
    LG mm

  3. Pingback: EU-Freihandelsabkommen erzeugt Panik im Whiskyuniversum | Malts and Metal

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