Tastingnote: Arran, Amarone Cask Finish, 50%

Destillerie: Arran  Arran, Amarone Cask Finish, 50
Whisky: Amarone Cask Finish, 50%
Region: Inseln
Abfüller: Original
Eigentümer: Harold J. Currie
Fassarten:  Ex-Bourbon, Ex-Sherry + Ex-Amarone-Finish

Nose: Ahhh…der ist ganz Jung im Anflug. Fast schon wie ein New Make. Aber das ist ok, denn Arran kann und darf auch jung: clean und crisp mit Cerialien und Äpfeln.Der Amarone hängt natürlich doch recht deutlich über allem. Fast wie ein klebrig, süß-fruchtiger Nebel über dem frischen und cleanen Spirit. Zuckerwatte, Süßkirschen aus dem Glas und ich trau mich es kaum zu sagen: ich habe irgendwann eine glasklare Cherry-Coke in der Nase. Back to the 90s und ja….er hat COLA gesagt!!!!
Tasting: Ups, hier schlägt der italienische Traubensaft gleich richtig ein. Der Antritt ist nur süß, süß, süß. Rosinen, Piemont-Kirschen, Honig. Mein Gott, haben die da 20-30 Literchen Süßwein im Fass vergessen, bevor sie den Arran zum Finishen rein gegeben haben.Endlich kommt mit einer ordentlichen Prise Zimt auch noch ein wenig Fass durch und nicht nur der vorherige Inhalt. Aber das ist schon „easypeasy“ gefällig: diese süß-klebrige Oberschicht mit dem spritzigen Insel-Jungspund und seinem maritimen Charakter als Unterbau. Da beißt nix, da zwickt nix und bittere Tanine kommen auch kaum durch…die Pulle kannst Du auch auf einer Party rundgehen lassen.
Finish: Unten angekommen halt er noch etwas nach, mit Pflaumen und Karamell. Auch die 50% halten sich etwas hartnäckiger. Aber im Prinzip „aus der Mundhöhle, aus dem Sinn“.
Sonstiges: Fazit: Aus ideologischer Sicht ist das Teil natürlich wieder so eine Sache. Junger Spirit gefinisht – oder sollen wir sagen „gestreckt“ – mit ein paar Litern Süßwein…ja, das ist für uns Nerds ja nicht immer so ganz einfach zu ertragen. Aber: 50 volle Prozent, keine künstliche Farbe, zudem preislich vollkommen im Rahmen…und heiliger Kuhmist auf Brot: er schmeckt mir! I like!!!  (8,5/10)

 

3 Thoughts on “Tastingnote: Arran, Amarone Cask Finish, 50%

  1. Christian on Januar 21, 2015 at 17:38 said:

    Also interessanterweise kann ich die Geschmacksnotizen nachvollziehen, auch wenn ich ihn doch etwas anders beschreiben würde, aber der Amarone ist so ziemlich das Gegenteil eines Süßweins. Wie der Name schon sagt: amaro heißt auf italienisch bitter.

    Also wo auch immer die Süße herkommt, sicher nicht vom Amarone.

    • maltsandmetal on Januar 22, 2015 at 10:33 said:

      Zu meiner Schande gestehe ich, ich hatte noch keinen Amarone im Glas! Man kommt ja auch bei all den Finishes kaum hinterher, den vorherigen Inhalt des zum Finishen verwendeten Fasses in Reinform anzuchecken…

      Bei Rum und Sherry bin ich ja mittlerweile ganz gut am Ball, aber damm mich noch eins….nur 24 Stunden am Tag und nur EINE VERDAMMTE LEBER !! Da lief bei der Erschaffung des Menschen echt was schief ;-).

      However, ich habe im Vorfeld ganz simpel Wikipedia benutzt, um zumindest eine Vorstellung zu haben:

      […] Diese Weine erschließen sich auch dem Weinkenner nicht sofort, da sie einen eigenwilligen Charakter besitzen: Die tiefroten Tropfen ähneln dem Sherry und haben ein eigenartig süßes Bukett. Der Recioto hat eine wuchtige Süße, der Amarone eine trockene Art. Beiden gemeinsam ist aber immer eine mehr oder weniger starke Bitterkeit im Nachhall – von daher der Name (italienisch amaro = bitter).[…]

      […]Der fruchtig-liebliche Geschmack wird durch kräftige, harte Tannine (Gerbstoffe) so ausgeglichen, dass ein typischer Amarone süß und zugleich bitter in sich ruht.[…].

      Du hast nicht zufällig ein Fläschchen von dat Zeuch für ein kleines Sample zuhause rumfahren ;-)?

  2. Die Kombination aus Amarone und Whiskey klingt interessant. Auf jeden Fall ein Punkt auf meiner Arbeitungsliste =)

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