Vom Whisky zum Single Malt

Jeder Single Malt ist ein Whisky, aber beileibe nicht  jeder Whisky ist ein Single Malt. Wann ist ein Whisky also ein Single Malt?

Erste Annäherung

Zunächst ist Whisky (in Irland und in den USA überwiegend Whiskey) eine Spirituose, die durch Destillieren von Getreidemalzmaische gewonnen wird. Nachdem es innerhalb der Europäischen Union für jegliche denkbaren Sachverhalte normierende Verordnungen  gibt (die Bananenverordnung ist übrigens auch kein schlechter Scherz http://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EG)_Nr._2257/94) gibt es eine Solche natürlich auch für Whisk(e)y.  In der Verordnung Nr. 110/2008 vom 15. Januar 2008 muss ein Whisky unter Anderem:

  • zu einem Alkoholgehalt von weniger als 94,8 Volumenprozent destilliert werden
  • mindestens drei Jahre lang in Holzfässern reifen
  • einen Mindestalkoholgehalt von 40 Volumenprozent aufweisen

Für das Abtrennen des  Alkohols aus der Maische durch Destillation, also das Brennen, gibt es im Wesentlichen zwei Hauptarten des Verfahrens: die kontinuierliche (der Brennvorgang wird ohne Unterbrechung durch kontinuierliche Zufuhr neuer Maische durchgeführt) und die diskontinuierliche Destillation (hier wird die Maische für jeden einzelnen Brennvorgang separat in die Brennblase gefüllt).

Eines der diskontinuierlichen Verfahren ist das sogenannte Pot-Still-Verfahren in dem die Maische in der Regel zwei- bis dreimal in Brennblasen destilliert wird. Zwischen jedem einzelnen Brennvorgang müssen die Brennblasen absolut rückstandslos gereinigt werden. Das Pot-Still-Verfahren kann aufgrund des Aufwandes somit schon mal nicht zur Massenproduktion eingesetzt werden. Und damit ist der erste Schritt in Richtung Single Malt getan, denn dieses Verfahren ist hier das Mittel der Wahl.

Soweit so gut!

Weiter geht´s bei der Suche im Whiskyuniversum nach dem Single Malt: das Getreide. Nun soll es ja einige unterschiedliche Getreidearten geben und ja, einige davon werden einer sinnvollen Endverwendung als Whisky zugeführt.

Aus Roggen wird beispielweise sogenannter Rye Whisky. Bourbon mit Köstlichkeiten wie dem allseits beliebten Jack Daniel’s Old No.7 (Achtung Sarkasmus-Alarm) bezeichnet Whiskey (hier nun also mit „e“), der überwiegend aus Mais hergestellt wurde. Übrigens: Ja, Jack Daniels ist am Ende des Tages „schnöder“  Bourbon, auch wenn er zu Marketingzwecken als Tennessee Whiskey vermarktet wird. Grain Whisky besteht häufig aus Weizen, ungemälzter Gerste und Hafer und wird in der Regel für Blended Whiskys, also Verschnitte aus unterschiedlichen Whiskys und Destillaten verwendet.

Und schließlich der Malt: Der wird ausschließlich gemälzter Gerste gewonnen.

Vom Malt zum Single Malt: Nur noch ein kleiner Schritt!

Und damit haben wir den größten Schritt vollzogen, aber wodurch wird ein Malt Whisky nun zum Single Malt Whisky?

Wie bereits oben erwähnt gibt es sogenannte Blended Malt Whiskys: Der Whisky wurde hier zwar vollständig aus gemälzter Gerste hergestellt, es wurden allerdings Fässer unterschiedlicher Destillerien miteinander verheiratet. Beliebter Vertreter dieser Gattung ist beispielweise etwa der Johnnie Walker Green Label. Bitte nicht verwechseln mit dem viel bekannteren Johnnie Walker Red Label. Dieser ist gar nur ein Blended Whisky, da hier neben unterschiedlichen Malt Whiskys auch noch Grain Whiskys „hineingeschnitten“ wurden.

Ein Single Malt im Gegensatz hierzu ist nun also ein Whisky aus einer einzigen Brennerei, der ausschließlich aus gemälzter Gerste gebrannt wurde (jaja, das hätte man nun auch schneller haben können). Dabei kann er allerdings durchaus eine Mischung aus mehreren Fässern einer Destillerie sein, gilt aber dennoch in der Regel als besonders hochwertig.

Wer es dann auf die Spitze trieben möchte, der greift dann noch auf einen sogenannten „Single cask“. Hier stammt der Whisky gar aus einem einzelnen Fass.

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