Gartbreck oder wieviel Destillerien verträgt Islay

Zugegeben, was das Aufspüren von Gerüchten und Informationen der Kategorie: „Pst…hier ist ganz heißer Scheiß, aber psssstttt…nicht so laut!“ angeht, bin ich hier in meiner malzig metallischen Ecke nicht immer ganz vorne dabei. Aber immerhin möchte ich dann wenigstens noch zu deren Verbreitung beitragen. Also…psssst…mal herhören, hier ist nicht mehr ganz so heißer Scheiß, dafür aber lauwarm präsentiert:  Für das Frühjahr 2015 ist die Eröffnung einer weiteren – der dann neunten – Destillerie auf der Isle of Islay angekündigt.

Zumindest wenn man Dominic Roskrow vom Whisky Advocat Blog glauben darf. Mit Verweis auf eine sichere Quelle, die er natürlich namentlich nicht nennt, steht angeblich fest: Die Gartbreck Destillerie soll kommen. Vor allem die Begründung der „Quelle“, warum man jetzt also anfängt häppchenweise zu zwitschern halte ich schon für ein wenig „albern“, aber bitte…das gehört ein wenig zum Markting von heute. Auch beim Wert von Informationen hat eine „künstliche“ Verknappung einen steigernden Einfluß, wie bei unserem Fasswasser halt auch…gelle ?! || Hier geht´s zum Originalartikel. ||

In den letzten Tagen wurde dann heftig getuschelt, gemutmaßt und diskutiert: Am Ufer des Loch Indaal, in der Nähe von Bowmore und gegenüber von Bruichladdich, soll Sie gebaut werden und || hier  bei den Whiskyeyperten || glaubt man sogar heraus gefunden zu haben, wer der Direktor der Gartbreck Destillerie ist: Jean Donnay nämlich. Mittlerweile gilt dies sogar als bestätigt, da die Domain www.gartbreck.com auf seine Ehefrau Martine Rochard Donnay registiert wurde und die Gartbreck Co. Ltd. mit  Jean Donnay als “Director“  im Handelsregister eingetragen ist.

Darüber hinaus hat Jean Donnay, seines Zeichens Whisky Direktor der französischen Brennerei Glann Ar Mor,  ja erstens auch in früheren Interviews schon immer ganz gerne Dominic Roskrow als „Sprachrohr“ benutzt und zweitens auch immer betont, dass seine Re- und Präferenz in Schottland liegt. Fern läge ein solcher Schritt also nicht und gleichzeitig wäre er eben auch nicht ganz ungeeignet. Unter seiner Ägide würde sich Gartbreck sicher nicht zur schlechtesten Adresse auf Islay entwickeln – böse Zungen behaupten eh, die goldene Himbeere auf Lebzeiten hätte auf der verrauchten Insel Caol Ila inne. Bei Glann Ar Mor zumindest setzt er auf traditionelles Handwerk: direkte Befeuerung der Brennblase, langsame Destillation in kleinen Brennblasen, hölzerne Gärbehälter. Ist es zu früh darüber zu spekulieren wer zukünftig seinen Job in der Bretagne ausübt? Sicherlich, aber es gibt auch so eine Menge Fragen, die in den nächsten Wochen und Monaten für Spannung sorgen:

  • Wer wird die neue „Neun“ oder dann doch die hinterher schlurfende „Zehn“ auf Islay (Mark Reynier zufolge soll Remy nämlich bei der neuen Port Charlotte Distillery mächtig aufs Gas drücken)?
  • Wer finanziert das Ganze eigentlich und wer hat dann einen entsprechenden Einfluss? Aus den laufenden Cash Flows von Glann Ar Mor wird Jean Donnay das Ganze sicher nicht gewuppt bekommen…
  • Sind es am Ende indische Groß-Investoren, die Jean zur Erfüllung seiner „schottischen“ Visionen helfen?
  • Bekommt er überhaupt die Baugenehmigung?
  • Ist es am Ende nicht doch in übler Scherz eines Schreiberlings, der sich gerade scheckig lacht und sich denkt „Die glauben auch jeden Mist…hauptsache es klingt zumindest nach Ardbeg!“

Eins steht jedoch jetzt schon fest: Schritt 1 „Aufmerksamkeit und Interesse erzeugen“….Check!

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