Im Interview: Vidamo.de Geschäftsführer Christoph Küpfer

vidamo_logoBitte nicht ein weiterer Online-Shop für Hochprozentiges! Habe ich mir zumindest gedacht und ja, auf den ersten Blick mag das stimmen.

Aber inmitten des „Billig, billiger, am besten geschenkt und mit 30 Tage Rückgaberecht“ des Internetmainstream bildet vidamo.de durchaus eine erfrischende Abwechslung. Viel relevanter Content, ein in Breite und Tiefe beachtenswertes Sortiment, eigene Sommelier-Kombinationen und eine persönliche Beratung per Telefon. Vidamo.de bietet da schone einiges an Mehr als der schnöde Online-Sprit-Versender. Ob es der Kunde am Ende honoriert steht in den Sternen des Internetuniversums. Warum man jedoch unbedingt mal bei || vidamo.de || vorbeischauen sollte, erklärt mir Geschäftsführer Christoph Küpfer in einem kurzen Interview:

MaM:

Hallo Herr Küpfer eine Frage zum Aufwärmen: Wie lange gibt es vidamo.de und was war der Beweggrund vidamo.de zu gründen? Und vor allem: Warum haben Sie sich als “ Schwabe ohne Akzent“ für den Standort Berlin, trotz der „diplomatischen Irritationen“ zwischen Schwaben und Berlinern, entschieden?

HrK:

Hallo Jochen, ich hoffe das „Du“ ist in Ordnung. Vielen Dank für die Fragen und das Interview. Die GmbH wurde im April gegründet und seit Mai/Juni sind wir online.

Der Beweggrund war natürlich die Möglichkeit endlich kostengünstig in Whisky zu baden, eine Schokoladenmaske aufzutragen und dabei eine Zigarre rauchen zu können 😉 Nein, im Ernst: Diese Idee hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Bei uns im Team gibt es unterschiedliche „Genussmenschen“. Den einen fasziniert das Thema Whisky, den anderen Schokolade und ein dritter liebt guten Wein. Daraus ist auch die Idee der Kombinationen entstanden. Es ist zwar nichts neues Whisky und Zigarre zu kombinieren, aber diese Erfahrungen online zu teilen und gleich kaufen zu können ist einzigartig. Das war der Hauptbeweggrund. Daneben sind sicherlich einige weitere Gründe, wie z.B. die persönliche Sommelier-Beratung zu nennen. Da wir beratungsintensive Produkte anbieten, ist dies sicherlich ein Aspekt, der nicht in allzu vielen Shops beachtet wird und den wir in den Vordergrund stellen.

Kurz zur Standortfrage: Da ich akzentfrei hochdeutsch spreche, kommt es selten zu Irritationen 😉 Als Naturmensch ist für mich persönlich der Standort nicht die perfekte Wahl. Aber um einen derartigen Onlineshop zu betreiben ist die Stadt sehr geeignet. Das liegt zum Einen an dem geballten Online-Wissen und der großen Online-Branche in der Stadt, zum Anderen an den regelmäßigen, thematisch passenden Veranstaltungen und Messen sowie der großen Gastro-Szene.

 MaM:

So, jetzt aber in die Vollen: Im Internet scheint ja das Credo zu lauten: Billig, billiger, am besten geschenkt und mit 30 Tage Rückgaberecht. Wodurch wollt Ihr den Erfolg von Vidamo.de sicherstellen, denn durch den billigsten Preis – das musst Du zugeben – fallt Ihr sicher nicht auf? Also konkret, was unterscheidet Vidamo.de vom gefühlten „Heer“ an Online-Shops zum Thema Spirituosen und Genussmittel?

HrK:

Das stimmt. Unsere Preise bewegen sich im Mittelfeld und gelegentlich  bieten wir Sale-Aktionen an, die preislich sehr attraktiv sind, gerade bei einigen Standardspirituosen. Desweiteren ist die Preisstrategie sicherlich differenzierter zu betrachten. So ist im Tabakbereich generell eine Preisbindung vorhanden. Bei der Schokolade sind wir relativ günstig dabei. Bei Spirituosen und Weine werden wir zukünftig, darauf Wert legen Raritäten in das Sortiment zu nehmen (z.B. Direktimporte beim Wein oder Fassabfüllung beim Whisky), die nicht in jedem Shop zu finden sind, um damit eine Abgrenzung zu erreichen.

Zusätzlich  grenzt uns das Konzept auf gewisse Weise ab und damit sind nicht nur die Kombinationen gemeint, sondern auch das Produktportfolio selbst. Das heißt konkret: Es gibt viele spezialisierte Shops wie Weinshops, Spirituosen-/Whiskyshops, Schokoladenshops, etc. Aber wenige mit einem weiten Portfolio wie wir es haben. Möchte jemand einen Whisky mit einer schönen Schokolade genießen, dann findet er bei Vidamo nicht nur die Standard Schokolade, sondern viele interessante auch unbekanntere Marken. Hinzu kommt der Servicegedanke mit der Sommelier-Beratung sowie die hohe Kulanz bei hoffentlich selten auftretenden Problemen.

 MaM:

Auf den ersten Blick erscheint vidamo.de ja wie ein recht typisches Berliner E-Commerce Startup. Daher auch nun eine „typische“ Startup Frage: Wie habt Ihr die Gründungsphase finanziert: Auf die harte Tour, also Bootstrapping und Eigenmittel, oder doch über Venture Capital?

HrK:

Wir sind eigenfinanziert. Möglicherweise wird eine zukünftige Fremdfinanzierung notwendig sein. Ob wir ein typisches Berliner E-Commerce Start-Up-Unternehmen sind, weiß ich nicht. Das ist eine Frage der Definition. Ich bin kein Freund dieser Bezeichnung.(die (zwar in Berlin) eine Unternehmung gegründet haben und an deren Erfolg täglich hart arbeiten.) In erster Linie geht es uns darum unser Konzept voranzutreiben und nicht wie in einem typisierten, VC unterstürzten Start-Up in einem flippigen Kreuzberger Büro auf dem 5000 € teuren Mac zu spielen sowie jeden Abend auf Networking-Startup-Veranstaltung zu rennen (natürlich etwas überspitzt und polemisch ausgedrückt).

 MaM: Was mir besonders gut gefällt, sind die Kombinationen Eures Sommeliers Dirk Freier und die umfangreich vorhandenen Informationen, wie z.B. die sehr hilfreichen Einsteigertipps unter anderem zur Frage „Wie sollte die geeignete Spirituose für Einsteiger aussehen? In jedem Fall mild, denn sonst kann der gute Tropfen schnell die Geschmacksknospen überfordern und so die Lust an weiteren Genussmomenten verderben.“ Nun endlich die Frage zum Abschluss: Wie hat es denn der Talisker 10 Jahre unter Berücksichtigung der obigen Aussage auf die Empfehlungsliste für Einsteiger geschafft? ;-).

HrK: Haha ja. Der Talisker. Zur Rechtfertigung sollte gesagt werden, dass die Einsteigerkategorie noch weiterentwickelt wird und bisher nur eine vorläufige Version ist. In den nächsten Wochen werden wir einen Einsteigergeschmacksgenerator einführen. Dort werden bestimmte Geschmacksvorlieben abgefragt. Ergo, sollte ein Einsteiger eine gewisse Rauchigkeit bevorzugen, wird dort sicherlich der Talisker 10 erscheinen, da er unserer Meinung nach bezüglich Geschmack und preislicher Rahmen unter den rauchigen Whiskys gut für Einsteiger geeignet ist. Da Dirk regelmäßig Whiskyseminare abhält, kann er diese Erfahrung auf unserer Seiten teilen.

MaM:  Herzlichen Dank für die offenen Antworten und jetzt gönne ich mir eine von Dirks Kombinationen. Ich bin sehr gespannt!

HrK: Ich danke dir ebenfalls und wünsche viel Spaß beim Genießen. Solltest du in Berliner sein, kannst gerne jederzeit auf einen Whisky vorbei kommen.

Diese Einladung werde ich sicher annehmen. Und hier poste ich die nächsten Tage meine Erfahrung mit Dirks Empfehlung: Einen Jameson Gold Reserve in Kombination mit einer Hoyo de Monterrey Epicure Especial.

7 Thoughts on “Im Interview: Vidamo.de Geschäftsführer Christoph Küpfer

  1. Der Rö on November 18, 2013 at 19:03 said:

    Also ich persönlich bin auch über den Talisker 10 Jahre zum Single Malt -Fan geworden und kann die Empfehlung sehr gut nachvollziehen! Ich werde Euch sicherlich bald mal testen.
    Grüße
    Der Rö

  2. Wow, hatte bis jetzt noch nichts von der Seite gehört/gelesen. Konzept, Auswahl und Aufmachung gefällt. Die Idee mit den Kombinationen finde ich spannend. Muss ich ausprobieren!

  3. Wir freuen uns über jeden, der vorbei schaut. Ich empfehle auch unsere Facebook-Seite, wo wir regelmäßig den Sale oder die Kombi der Woche präsentieren und da ist häufig Whisky dabei ;-). Vielleicht sieht man den ein oder andern auf der Interwhisky dieses Wochenende in Frankfurt. Wir werden Freitag, gerne für einen Plausch, vor Ort sein.

    Grüße Christoph

  4. Umberto on November 19, 2013 at 08:30 said:

    Bin Whiskeyneuling. Kenne mich eher ein bisschen mit Wein aus und das Sortiment ist sehr schön ausgewählt.
    Die Seite ist aber allgemein sehr angenehm clean.

  5. Dramaqueen on November 19, 2013 at 12:27 said:

    Also ich bin gespannt, was du zum Jameson Gold Reserve sagen wirst. Ich mag den normalen Jameson eigentlich ganz gern und hab auch schon mal mit dem Gold Reserve geliebäugelt. Hab mich aber bisher noch nicht getraut, weil ich noch nicht mehr als 40 € für Whisky ausgeben wollt.

    Vielleicht wirds jetzt was…

    LG

    • maltsandmetal on November 19, 2013 at 17:36 said:

      Achtung *Klugscheissermodus an*: Im Falle von irischem Gerstengold spricht man von WhiskEy….jaaaaanz wischtisch ;-). Die Schotten sind zu geizig für das E und lassen es daher weg 😉 *Klugscheissmodus aus*

  6. Dirk Freier on November 19, 2013 at 20:01 said:

    Ich freue mich immer wenn die Kombis getestet und bewertet werden. Trotz doch schon einigem Jahren des ausprobierens, kann Mensch so nur neues dazu lernen. Bin sehr gespannt auf das Urteil zur Kombi.
    Grüße Dirk

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