Das Bonbon-Experiment Teil 1

Das ist der Beginn einer Story die wahrscheinlich endet mit einem Nachrichtenbeitrag: „Wieso die Zuckermasse aus seinen Ohrenquoll, bleibt weiterhin ungeklärt!“

IMG_0391Doch zurück zum Start: Ich lese letzte Woche im TWS-Forum  hier, dass das Fehlen von Rauchbonbons im Allgemeinen betrauert wird. Das hat mich dann direkt so angefixt, dass ich in einem Anflug von „Was-sind-Bonbons?-Zucker-aufkochen-fertig“-Überheblichkeit mich sozusagen unaufgefordert selbst verhaftet habe und die Bonbonherstellung nebst zugehöriger Berichterstattung versprochen habe.

Und hier sollte die Schlacht geschlagen werden: die heimische Küche! Zugegeben: Es gibt heroischer anmutende Szenerien, aber eines vorweg: Bonbons sind eben doch nicht nur aufgekochter Zucker. Neiiiin, es gibt insgesamt sieben Phasen beim Kochen, es gibt unterschiedliche Erhitzungsgeschwindigkeiten, ganz individuelle Zeitpunkte wann, welche Zutaten wie dazu zu geben sind, und, und, und…..uffff!!!!!

Nach ausgiebigem Internetstudium in einschlägigen Koch- und Bruzzelforen fühlte ich mich dennoch hinreichend gewappnet für folgende Mission: rauchige Malz-Sahne-Bonbons mit einem schönen Torfler und vielleicht noch eine Charge Fruchtbonbons mit was Leichtem, z.B. einem Auchentoshan aus den Lowlands.

Also, ich das lange Wochenende tatsächlich wie Großmuttern (zur Vermeidung einer Diskriminierungsorgie) oder auch Großvattern mit Schürze und Topflappen in der Küche verbracht und gebruzzelt. Eine Riesensauerei und bereits relativ schnell war klar, dass die Fruchtbonbons vertagt werden müssen, da mich wohl schon die kleinen Rauchmalzbomben um den Verstand und um jegliches Restzeitbudget bringen sollten.

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Hier zunächst die Zutatenliste:
100 gr. Zucker
50 ml Rahm
Ordentliche Butterflocke
eine Prise Natron
10 – ?? cl Caol Ila Distillers Edition

Alles Zusammen in einen Topf, dann ordentlich Zunder und rühren, rühren und rühren. Achso…und das Rühren nicht vergessen. Lassen wir Bilder sprechen.

IMG_0411Das sah ja eigentlich gar nicht so schlecht aus, aber entpuppte sich am Ende als eine Art Zuckersirup, der auch nach 48 h nicht hart wurde.

Also alles zurück auf Anfang, nochmal Internetrecherche, gefühlt einen Lösungsvorschlag entwickelt (länger kochen)  und noch mal….Zusammenkippen, erhitzen, rühren, rühren, rühren. Achso…und das Rühren nicht vergessen.

 

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Diesmal kam das dabei heraus: eine Art Zuckergebäck – hart aber brutal spröde und eben ein Keks und kein Bonbon!!!

Ok, jetzt war ich langsam ein wenig sauer, also nochmal zwei Stunden Lösungssuche via Internet, wieder gefühlt einen Lösungsvorschlag entwickelt (diesmal langsam mit weniger Hitze, aber noch länger kochen)  und noch mal….Zusammenkippen, erhitzen, rühren, rühren, rühren. Achso…und das Rühren nicht vergessen.

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Aha, und siehe da. Die Dritte Charge erinnerte dann so laaangsaaaaam entfernt an Malzbonbons, aber es löst sich im Mund immer noch zu schnell auf und wird dann eben wieder in der Konsistenz zucker/-pulverartig und immer noch nicht so richtig bonbonartig. Normalerweise würde ich sagen, sch….drauf. Aus, Abbruch, Ende.

Aber ganz ehrlich: Der Geschmack war absolut Hammer!!!! Der Malt setzt sich astrein und relativ unverfälscht durch. Mit der Sahne, dem karamellisierten Zucker und der Butter….mmmm….echt ein Traum!!! Ich bleibe da auf jeden Fall dran, die nächsten Wochenenden sind mehr oder weniger reserviert, die Küche geblockt und meine Frau daraus verbannt (wobei ehrlich gesagt, so wirklich ist Sie da eh nicht Zuhause ;-)).

Und ich möchte hier keine Sprüche hören wie Küchentiger, Mamas Liebling oder Sonstiges. Auch wir Männer haben ein Recht auf ein würdiges Küchendasein!

Sláinte oder doch besser „Guten Hunger“!

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