3-Topics-Quickie: Wolfburn, Inchmurrin und Stone Sour

Ein Blick in die Speicherstadt

Ein Blick in die Speicherstadt

Ich habe meine kleine malzmetallische Plauderecke die letzten Wochen doch sehr vernachlässigt. Das lag einfach daran, dass ich vor 6 Wochen ein Interimsmandat im schönen Hamburg angenommen habe, welches gerade in der Anfangsphase sämtliche geistigen Ressourcen eingefordert hat. So hat mir schlicht die nötige Muse gefehlt, tiefseriöse Hobbyjournalie zu betreiben ;-).

Gerade bei dem herrlichen Wetter die letzten Wochen habe ich dann Abends doch lieber die Zeit für ausgiebiege Spaziergänge an der Alster genutzt – auch um den Kopf frei zu bekommen. Im Übrigen sei noch ganz kurz angemerkt: Hamburg ist die „damm-mich-noch-eins“ geilste Stadt Deutschlands ;-). Ich bin städtetechnisch nach knapp 6 Wochen richtig verliebt.

Das heißt aber keinesfalls, dass ich fasswasserseitig außer Tritt gekommen wäre. Nein – im Gegenteil: ich habe hier im hohen Norden zwei phantastische Whiskyrunden entdeckt. Einmal die Friends of Malt und die „Montagsrunde“. Zusätzlich habe ich an zwei tollen Online-Blindtasting-Runden mitgemacht. Vielen Dank an dieser Stelle auch an iDad aus dem TWS-Forum, der sich für sein Nebel-Tasting aber mal richtig ins Zeuch gelegt hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es wird also Zeit auch hier auf maltsandmetal.de die Aktivitäten so langsam wieder hoch zu fahren und auf Betriebstemparatur zu kommen. Daher fange ich heute mal mit einem kurzen knackigen „3-Topics-Quickie“ an.

 

1) Wolfburn brennt los

Das Wolfburn-Logo: Könnte auch von einer ordentlichen True-Metal-Band sein. Hell Yeah!

Das Wolfburn-Logo: Könnte auch von einer ordentlichen True-Metal-Band sein. Hell Yeah!

Eine neue Destillerie hat vor geraumer Zeit das Licht der Welt entdeckt: Wolfburn. Wobei eigentlich ist die Butze gar nicht neu, sondern eher alt. Die  Brennerei wurde nämlich bereits 1821 von William Smith & Co gegründet, allerdings wurde 1850 wurde die Produktion schon wieder eingestellt. 1872 waren dann schon nur noch Ruinen von der Anlage übrig.2011 entstanden die ersten Pläne die Destillerie wieder aufzubauen, im Übrigen unweit des Geländes der alten Anlage.

Ein Konsortium aus privaten Investoren lieferte das nötige Kleingeld und seit Januar 2013 wird nun gebrannt und gebrutzelt was das Zeuch hält, bzw. die Pott Stills hergeben. Shane Fraser – formals einer der Produktionsmanager bei Glenfarclas – zeichnet bei Wolfburn für die Produktion verantwortlich. Aber auch marketingtechnisch sieht das ganze schon mal super aus, natürlich wird der altehrwürdig geschichtliche Hintergrund ordentlich ausgeschlachtet. Aber Wolf und Burn und alt und überhaupt….Jo, ich kann´s nicht leugnen: Mein Metaller-Rezeptoren pumpen schon die ersten Aktionspotentiale an das Zentrale Nervensystem ;-). 2016 dürfen wir die ersten Tropfen erwarten, die im Übrigen sowohl getorft als auch ungetorft aus den Flaschen rinnen sollen.

|| Hier ||  geht’s zum Artikel im TWS und || hier || direkt zur Destille.

 

2) Der Inchmurrin 21 Jahre ist …eine Frechheit!

Ja, wieso jetzt das? Vom 18 jährigen Inchmurrin aus dem Hause Loch Lomond war der feine Herr doch || hier || noch recht angetan? Stimmt, und es ist mir auch unerklärlich, was in diesen 3 Jahren mit dem Tropfen passiert ist. Aber von vorne…

Ich habe mich vor 3 Wochen als Asylsuchender Interims-Hamburger über die Scotswhisky-Community beim Friends of Malt Stammtisch eingemogelt. Das Prinzip ist bei den Jungs und Mädels vom FoM ganz simpel: Jeder bringt ne Buddel mit und dann wird fröhlich verkostet. Das Thema dieser Runde waren die westlichen Highlands. Super, dachte ich, Loch Lomond passt da ja rein und nach den positiven Erfahrungen mit dem 18 jährigen Inchmurrin deuchte es mir nach der perfekten Gelegenheit, jetzt den 21 jährigen zu verkosten und damit dann in der Runde zu glänzen ;-).

Also, ich die Buddel im TWS bestellt, eingepackt und ab nach Hamburg zum FoM-Stammtisch. Ich wurde dort auch als Pfälzer sofort herzlich aufgenommen – entgegen aller Vorurteile die Nordlichter wären alle etwas unterkühlt und distanziert. Ich war natürlich ganz scharf auf mein eigenes Mitbringsel und hab mir natürlich gleich einen ordentlich Dram eingschenkt. Und dann: Ach du liebe Zeit….Was für ein Plörre. Sprittig, beißender Alkohol, eine fürchterliche Wacholdernote, schlimmer als jeder deutsche Gerstenobstler nach 3 Jahren im Faß!!! Der Gaumen war nicht besser. Ich verzichte jetzt auf eine detaillierte Geschmacksbeschreibung – diese wird die nächsten Tage in den Tastingnotes folgen. Dieses Zeuch schmeckte, als hätte Loch Lomond, alles was nicht für den 18 jährigen zu gebrauchen war, dafür benutzt um einmal ordentlich durch den  Laden zu wischen und den Eimer Schmutzwasser dann für weitere 3 Jahre rumstehen zu lassen.

Ich dachte für einen Moment darüber nach die Buddel schnell mit gespielter Überraschung vom Tisch zu fegen – ups, wie ungeschickt – damit mir die Blamage diese Bremsflüssigkeit in Flasche mitgebracht zu haben erspart bleibt. Aber da war es schon zu spät: „Gib ma her, die Buddel. Bin ja ma gespannt, ob der wat taugt.“

Die Flasche ging die Reihe, alle hatten das gleiche Geschmacksempfinden und waren schlicht angewiedert, wenn auch in dem ein oder anderen Fall zu höflich um es in dieser Härte kund zu tun  – Verwechslung damit ausgeschlossen. Das Zeug ist…eine Frechheit!

Der Stammtisch der FoM allerdings ist ne echte Wucht, die anderen Gerstenwasser waren bis auf Einen – 😉 – absolut Bombe und die Jungs super cool. So lange ich noch hier in Hamburg im Einsatz bin, werde ich auf jeden Fall immer wieder reinschauen – zumindest so lange sie mich aushalten ;-).

 

3) Anhörtipp aus der Stromgitarrenecke: Die neue Stone Sour Silberscheibe!

Eigentlich fast schon unglaublich, dass die Band mit diesem Namen nicht schon viel öfter in meinem kleinen Blog zu Malts und Metal Erwähnung gefunden hat: STONE SOUR –> Whiskey mit einem Schuss Orangensaft ?!?! Ihr versteht?

Meine Frau auf dem Weg zum Altar zu Stone Sour`s "Bother"

Meine Frau auf dem Weg zum Altar zu Stone Sour`s „Bother“

Von daher ist die US-amerikanische Alternative-(Metal-)Band ja schon qua Namen qualifiziert, aber mal ganz ehrlich: was die Jungs um Corey Taylor, „nebenberuflich“ ja auch noch Sänger der amerikanischen Nu-Metal-Band Slipknot, bis jetzt so zusammengwurschtelt haben, hat mich halt nie so richtig umgehauen. Nicht schlecht, aber doch auch irgendwie nicht so richtig geil. Mal abgesehen von dem Schmachtfetzen „Bother“, der im Übrigen der Track war, der meine Frau beim Gang zum Altar begleitet hat. Ach…da wird mir doch grad wieder ganz warm ums Herz…ok,ok. Zurück zum Thema.

Die neue Scheibe ist eigentlich zwei neue Scheiben: nämlich das Doppelalbum House of Gold & Bones – Part I & II. Und da der erst Teil bereits im Metal Hammer „Album des Monats“ ist, damit schon mehr als genug gesagt ist, spar ich mir meinen Senf und sage einfach nur: REINHÖREN, Leute….REEEIIINHÖÖÖREN !!!!

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